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20.05.2012

Freyja Gunnlaugsdottir, Susanne von Falkenhausen — Neue Musik für Soloklarinette & Kugelbauvisionen

Das Schweigen im Zentrum der Macht

Teil 1
FREYJA GUNNLAUGSDO“TTIR, KLARINETTE

KONSTANTIA GOURZI (1962) ‘€žGESTERN -€“ HEUTE -€“ MORGEN’€œ (2006)
AMOS ELKANA (1967) ‘€žPRAGUE 1588’€œ (2008)
LUCIANO BERIO (1925 -€“ 2003) ‘SEQUENZA PER CLARINETTO’€œ (1980)

Die Klarinettistin Freyja Gunnlaugsdottir ist in Reykjavik geboren. Als Solistin und Kammermusikerin spielt sie in wechselnden Formationen vor allem zeitgenössische Musik. Dabei überspringt sie immer wieder Genregrenzen zwischen Künsten und Künstlern. (Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern wie Bruce Nauman, Pippilotti Rist, Alexander Polzin.) Zwei der zur Aufführung gelangenden Werke wurden von Feyja Gunnlaugsdottir uraufgeführt: ‘€žGestern – Heute – Morgen’€œ der griechischen Komponistin Konstantia Gourzi und Amos Elkanas für die Einweihung der Giordano Bruno-Skulptur im U-Bahnhof Potsdamer Strasse geschriebenes Stück ‘€žPrague 1588’.€œ Die ‘€žSequenza per clarinetto’€œ ist Teil von Luciano Berios berühmtem Sequenzenwerk. Als sich selbst befragende Selbstgespräche zeigen alle drei Solowerke differenzierte Aspekte des Schweigens auf.

Teil 2
SUSANNE VON FALKENHAUSEN – ‘€žDAS SCHWEIGEN IM ZENTRUM DER MACHT’€œ – KUGELBAUVISIONEN

Die rundum symmetrische Form der Kugel ist seit altersher mit Vorstellungen der Einheit verbunden. Politisch brisant wird dieses Phantasma mit der Französischen Revolution, als es sich mit der Vorstellung einer radikaldemokratischen Volksherrschaft verbindet und damit mit einer bisher buchstäblich unvorstellbaren Form der Macht. Der Kugelbau als Bild und Raumvision für den Kult der Einheit wird zum Zeichen einer absoluten Macht, welche keinen (Herrscher-) Körper mehr hat und jede Differenz zum Schweigen bringen muss. Der Vortrag verfolgt die Kulturgeschichte dieser Bauform bis ins Zeitalter neuer Medienuniversalität.

Susanne von Falkenhausen, Professorin für Neuere Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt Moderne an der Humboldt- Universität zu Berlin, forscht und lehrt zu Kunst und Macht seit der Französischen Revolution in einer möglichst engen Zusammenschau von Form, Ästhetik und Macht, sei diese staatlich, geschlechtersemantisch und/oder medienspezifisch bedingt.
Veröffentlichungen u.a.: Kugelbauvisionen, Bielefeld (Tramscript) 2008, Praktiken des Sehens im Felde der Macht, Hamburg (Fundus) 2011.